Löwe Revier

                                       Revier des Löwen

Junges Löwenmännchen durchstreift die Savanne
© Joujou.pixelio.de

Die meisten afrikanischen Löwenrudel herrschen in einem Gebiet  zwischen 50 bis 500 km², je nach Rudelgröße und gemäß dem Nahrungs- und Wasserangebot. Es gibt auch Löwenrudel, deren Habitat wesentlich ausgedehnter ist. Je beutereicher das Revier, desto größer und gesunder ist das Rudel. Der Löwe gilt als aggressiv, furchtlos und stark, wenn es um die Revierverteidigung geht. Sein Gebrüll hallt kilometerweit durch die Savanne. Das Revier des Löwen besteht nicht nur aus Beute, Wasser und Land, sondern auch die Löwinnen und der Nachwuchs zählen mit dazu. Löwinnen sind territorial und verlassen ihr Revier nur äußert selten, wie bei akuter Beuteknappheit.

Löwenmännchen beim Markieren

Löwenmännchen hingegen, die Revierbeschützer, wechseln unfreiwillig alle 2 -5 Jahre das Revier. Das ideale Revier verfügt zudem auch über ausreichend Deckungs- und Ruheplätzen, wie Felsen und Höhlen.

Das Rudel durchstreift ständig sein Territorium, um es vor Eindringlingen zu schützen. Ein wichtiger Schutz des Reviers ist die Reviermarkierung durch Kot und Urin. Bestimmte Bäume werden von den Rudelmitgliedern mit Urin bespritzt, dessen Duftstoffe Revier suchenden Junglöwen kundtun, das jenes Territorium bereits besetzt ist. Jede Großkatze hat ihren eigenen individuellen Geruch. Auch Kratzspuren an den Bäumen der Reviergrenze hinterlassen die Duftmarken der Besitzer.

Löwen haben Duftdrüsen am Kopf

Zwischen den Zehen der Raubkatzen sitzen nämlich Drüsen, die beim Kratzen an den Stämmen ebenfalls Duftstoffe absondern. Des Weiteren befinden sich Duftdrüsen am Kopf und am Kinn des Löwen. Streift der Kopf der Raubkatze Sträucher und Büsche, werden auch diese mit seiner Duftnote markiert. Rudel werden entweder von einem einzelnen Löwen geführt oder von mehreren miteinander verwandten Löwen. Kämpfe unter den Rudelmännchen dienen der Rangordnung.

Löwenbrüder entspannen sich

Dringt jedoch ein Rivale in das Territorium ein, beginnt das Rudeloberhaupt sofort mit der Verteidigung und stellt den Eindringling zum Kampf. Die Furcht vor dem Verlust seines Territoriums lässt den Löwen zu einem erbitterten Kämpfer werden. Fauchend, mit nach hinten gelegten Ohren wird der Eindringling angegriffen. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt. Meist ist der Eindringling dem Revierbesitzer unterlegen und verlässt nach massiven Verletzungen das bereits besetzte Revier. Handelt es sich bei dem Revierbesitzer jedoch um ein altes oder krankes Tier, endet der Kampf oft tödlich und der Eindringling übernimmt das Revier. Junglöwen wagen es nur selten, ein Rudel anzugreifen, das von mehreren Männchen geleitet wird.

Revier- & Rudelübernahme

Wachsamer Löwe

Im Alter von 2 bis 3 Jahren, wenn sie fast ausgewachsen und geschlechtsreif sind, müssen junge Löwenmännchen das Rudel verlassen. Brüder, Halbbrüder und Cousins, streifen dann für einige Zeit gemeinsam durch die Savanne und ernähren sich von Aas oder nehmen Geparden, Hyänen oder Leoparden ihre gerade erlegte Beute ab. Einige Junglöwen entwickeln auch im Laufe der Zeit  eine ausgeklügelte Jagdstrategie. Mit 4 bis 5 Jahren sind die Männchen auf dem Höhepunkt ihrer Kräfte und trachten danach ein eigenes Rudel zu gründen oder ein Rudel zu übernehmen.

Junge Löwenbruder beobachten ein Löwenrudel
© Dieter Schütz/pixelio.de

Ein einzelnes junges Löwenmännchen hat weniger Chancen ein Rudel zu übernehmen, als ein Junglöwenverbund von mehreren Männchen. Zunächst werden verschiedene in der Nähe lebende Rudel von den Junglöwen beobachtet, um die Stärke der Rudelführer abzuschätzen. Wird ein Rudel nur von einem Männchen bewacht und die nach einem Rudel suchenden Junglöwen sind zu zweit, oder zu dritt, wagen diese rasch einen Angriff um den Rudelführer zu vertreiben oder zu töten. Ältere Rudelführer haben kaum eine Chance ihr Rudel erfolgreich gegen mehrere Junglöwen zu verteidigen und überlassen diesen nach einigen Kämpfen rasch ihren Platz. Vertriebene Altlöwen führen oftmals den Rest ihres Lebens dann ein Einsiedlerdasein.

Nur wenigen vertriebenen Löwen gelingt es, an einem anderen Ort ein anderes Rudel zu übernehmen. Kräftige Rudelführer hingegen bekämpfen die Eindringlinge bis zum Tod. Verletzt der Rudelführer einen der eindringenden Junglöwen ernsthaft, ziehen sich diese zunächst an einen geschützten Ort zurück um neue Kräfte zu sammeln. Dann starten sie einen erneuten Angriff auf den Rudelführer, der mit aller Härte durchgeführt wird. Kommt der Rudelführer dabei ums Leben, wird dieser von den Siegern auch mal aufgefressen. Kannibalismus unter männlichen Löwen ist bei einer Rudelübernahme nicht selten.

Nachdem der Rudelführer ausgeschaltet ist, beginnt der Kampf um die Weibchen. Ziel der neuen Rudelführer ist es, schnell eigenen Nachwuchs zu zeugen. Doch solange die Weibchen noch Nachwuchs haben, werden sie nicht wieder trächtig. Deshalb töten die neuen Rudelführer den Nachwuchs des Vorgängers. Nach einer Rudelübernahme sind die Löwinnen sehr aufgebracht und versuchen das Leben ihrer Jungen gegen die neuen Rudelführer zu verteidigen. Doch gelingt ihnen dieses nur selten und spätestens wenn die Weibchen auf die Jagd gehen machen sich die neuen Rudelführer über den zurück gebliebenen Nachwuchs her und vollziehen den Infantizid, die Tötung der Jungtiere. Infantizid gibt es nicht nur bei Löwen.

Zwar bleibt immer eines der Weibchen zum Schutz der Jungtiere zurück, doch eine einzelne Löwin kann sich nicht gegen die viel stärkere männliche Präsents behaupten. Ein Junges nach dem anderen wird tot gebissen. Die Weibchen werden nun, ohne Nachwuchs, schnell wieder paarungsbereit. In seltenen Fällen wurde beobachtet, das eine der Löwinnen, deren Rudel übernommen wurde, mit allen Jungtieren das Rudel verlässt und versucht alleine durchzukommen um den Nachwuchs am Leben zu halten.

Bei einer Rudelübernahme werden auch zweijährige, aber noch nicht geschlechtsreife Weibchen, von den neuen Rudeleignern verstoßen oder verlassen das Rudel von selbst. Ist zufällig ein anderer nach einem Rudel suchender Löwe in der Nähe, sind die vertriebenen Junglöwinnen für diesen ein Glücksfall. Meistens jedoch müssen harte Kämpfe ausgefochten werden, um an ein eigenes Rudel zu kommen. Der britische Tierforscher Brian Bertram dokumentierte gegen Ende der 1960er Jahre erstmals eine Rudelübernahme, wo alle Jungtiere des Vorgängers getötet wurden.

Teilen sich zwei oder drei Männchen ein Rudel, ist das dominanteste Männchen immer wieder bemüht, seine hohe Position unter den Männchen zu festigen. Diese Festigung vollbringt der Rudelführer, indem er die anderen Männchen besteigt. Lassen sich diese den Unterwerfungsakt gefallen, ist die Position des Rudelführers vorerst gesichert.

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