Raubkatze

                                       Jagdstrategie des Löwen

Löwen leben im Rudel und jagen auch gemeinsam, wobei sich die Männchen nur selten an der Jagd beteiligen. Handelt es sich bei der Beute um ein besonders großes und kräftiges Tier, wie ein Gnu oder ein Büffel, greift das Löwenmännchen bei der Jagd ein. Normal bleibt die Kräftezehrende Aufgabe der Jagd jedoch den weiblichen Rudelmitgliedern überlassen. Löwen sind nachtaktiv und werden daher erst bei Anbruch der Dämmerung munter, wenn die Hitze des Tages einer angenehmen Kühle weicht. Löwinnen haben eine ausgeklügelte Jagdstrategie, die sich nach einem eingefahrenen Ritual vollzieht: Beutesichtung, Strategievorbereitung, Anschleichen, jagen und töten.

Junger Löwe mit Beute
© kunstzirkus/pixelio.de

Löwinnen haben nur im Rudel Jagderfolge, als Hetz- und Hinterhaltjägerinnen, da die meisten ihrer Beutetiere schneller sind als sie selbst. Löwinnen erreichen eine Jagdgeschwindigkeit von 60 km/h, können diese aufgrund ihres Gewichtes jedoch nicht lange durchhalten. Nach 100 m schwinden ihre Kräfte, deshalb die Rudeljagd. Löwinnen sind wendig und können blitzschnell auf die Zickzackläufe der Beutetiere reagieren. Löwen springen in einem Satz 4 bis 6 m. Nur jede 3. bis 5. Jagd ist von Erfolg gekrönt.

Die Jagd beginnt mit der Beutesichtung. Halten sich Gnus, Gazellen, Zebras oder Antilopen in der Nähe auf, wählt die erfahrenste Löwin zunächst die Beuteart aus. Steht diese fest, wird Ausschau nach einem schwachen oder kranken Tier gehalten, welches abseits seiner Herde steht und durch die hinterhältige Jagdstrategie der Löwinnen gänzlich von der Herde getrennt werden kann. Zunächst beobachten die Löwinnen das Beutetier eine Weile und schleichen sich dann leise an, um Ihr Opfer unbemerkt zu umzingeln. Löwinnen schleichen sich zunächst gegen den Wind - in geduckter Haltung - von Hinten oder von der Seite an das Beutetier an.

Eine Löwin im hohen Gras ist gut getarnt

Um die restliche Herde nicht durch etwaige Geräusche aufzuschrecken, halten die Löwinnen während des Anschleichens oft inne. Während die Hetzlöwinnen bemüht sind so nah wie möglich an das Beutetier heran zu kommen,  bis auf 30 m, lauern die anderen Löwinnen bereits im Hinterhalt und warten darauf dass die Jagd beginnt. Haben sich die Hetzjägerinnen nahe genug an die auserwählte Beute angeschlichen, setzen sie zur Verfolgung an und treiben das Beutetier in jene Richtung, in welcher die anderen Löwinnen im Hinterhalt auf der Lauer liegen. Diese nehmen nun ebenfalls aktiv an der Jagd teil und greifen von vorne ins Jagdgeschehen ein. Haben die Löwinnen das Beutetier erreicht, springen sie dieses an und fahren ihre messerscharfen Krallen aus, um das Beutetier zu Fall zu bringen.

Löwinnen springen ihre Beute niemals von hinten an, denn die Hufe des Beutetieres könnten beim Austreten eine der Jägerinnen verletzten. Die Beute wird von der Seite oder von Vorne angesprungen. Durch den wuchtigen Sprung der Jägerinnen verliert die Beute das Gleichgewicht und strauchelt. Die Zeit für den Tötungsbiss ist gekommen. Während eine der Löwinnen versucht das Beutetier durch den Genickbiss zu töten, bei welchem die Wirbelsäule durchtrennt wird, beißt eine andere Löwin dem Beutetier in Maul und Nase, um diesem so die Luft abzuschnüren. Eine weitere Tötungsvariante ist der Kehlbiss, bei welchem dem Beutetier durch die Fangzähne der Löwin die Luftröhre zugedrückt wird, bis dieses erstickt. Kleinere Beutetieren wie Gazellen und Antilopen werden mit einem Genickbiss getötet. Gnus, Büffel und Zebras werden mittels Kehlbiss getötet. Der Kehlbiss verhindert das Schreien des Beutetieres. Ein schreiendes Beutetier kann andere Raubtiere anlocken.

Während das Beutetier noch um sein Leben kämpft, beginnt das Männchen bereits mit dem Reißen. Der Löwe krallt seine Vorderpranken in die Hinterflanken der Beute und reißt diese mit den Zähnen auf. Die Reißzähne beginnen große Fleischbrocken aus dem Beutetier heraus zu zerren, welche in ganzen Stücken hinuntergeschlungen werden. Raubkatzen können nicht kauen. Ein männlicher Löwe kann mehr als 20 kg Fleisch auf einmal vertilgen. Einige Raubkatzen lecken das Fell ihrer Beute zuerst ab, bevor sie beginnen die Beute aufzureißen. Durch die Angst während der Hetzjagd sondert das Beutetier über die Haut Salze ab, Natriumchlorid, welche den Raubkatzen als zusätzliche Mineralien dienen. Ihren Durst stillen die Löwen mit dem Blut ihrer Beute. Manchmal sieht man Löwenrudel jedoch auch an Wasserlöchern trinken. Löwen fressen sehr schnell, denn ihre größten Nahrungskonkurrenten sind aufdringliche Hyänen. Ist ein Hyänenrudel in der Überzahl, hat ein Löwenrudel kaum eine Chance seine Beute zu verteidigen. Hyänen sind wendig, furchtlos und haben ein sehr scharfes Gebiss.

Löwenmännchen mit erlegter Beute
© Alf Drosdziok

Besteht das Löwenrudel nur aus wenigen Mitgliedern, reicht auch ein kleines Beutetier, um alle zu sättigen. Eine Gazelle, ein Warzenschwein oder Zebrafohlen lassen sich leichter schlagen als ein ausgewachsener Büffel oder ein Gnu. Am liebsten sind den Jägerinnen junge, kranke oder verletzte Tiere. Vorrang beim Fressen haben die ranghöchsten Männchen, vor den Löwinnen und dem Nachwuchs. Ist das Rudel groß und die Beute klein, muss sich der Nachwuchs einen Platz an der Beute erkämpfen, sonst geht er leer aus. Schwache Junglöwen sterben oft an Unterernährung. Löwen folgen während der Trockenzeit nicht ihren Beutetieren. Sie würden sonst in die Reviere anderer Löwenrudel eindringen.



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