Ausrottung Löwe

                              Ausrottung des Löwen

Löwen sind vom Aussterben bedroht
Weiße Löwen sind keine Albinos

Vor 5000 Jahren lebten Löwen auf fast allen Kontinenten. In Mittel- und Südeuropa, Afrika und in ganz Asien war die große Raubkatze verbreitet. Afrikanische Herrscher und Stammesfürsten gingen zwar damals bereits auf Löwenjagd. Doch die Löwenjagd war dosiert und galt eher als Mutprobe, als das sie der Ausrottung diente. Die afrikanische Bevölkerung lebte damals stets im Einklang mit ihrer Flora und Fauna. Eine vollständige Vernichtung der Löwen lag den einheimischen Jägern fern.

Löwen sind in Nordafrika ausgestorben

Zwischen 1000 v. Chr. bis 100 n. Chr. dezimierte sich der Löwenbestand in Mittel- und Südosteuropa. Der Mensch breitete sich immer weiter aus, jagte die Beutetiere des Löwen und beanspruchte den Lebensraum des Löwen für Ackerbau und Viehzucht. Um Mensch und Vieh zu schützen, wurde der Löwe in Europa  stark bejagt. Im römischen Reich kamen Tierkampfarenen groß in Mode. Um der Bevölkerung einen besonderen Nervenkitzel zu bieten, ließen die Römer in ihren Arenen Löwen gegen Sklaven kämpfen.

Berberlöwen lebten einst in Nordafrika

Nach der Eroberung nordafrikanischer Gebiete durch die Römer, um 146 v. Chr., änderte sich die Situation auch für die Löwen in Nordafrika. Rom hatte einen unglaublichen Hunger nach Löwen, die in den römischen Arenen nun nicht mehr nur gegen Menschen kämpften, sondern auch gegen ihresgleichen, Tiger und Leoparden. Es entwickelten sich die hoch angesehenen Berufszweige Löwenfänger und Löwenhändler. Die gefangenen Löwen wurden in enge Käfige gesperrt und auf Schiffen nach Rom transportiert. Die Löwen-Population in Nordafrika schrumpfte. Um 700 n. Chr. eroberten islamische Stämme die nordafrikanischen Gebiete am Mittelmeer und die Löwen-Populationen konnten sich etwas erholen.  

Berberlöwe im Zoo Hannover

Ab dem 15. Jahrhundert n. Chr. begann die Eroberung Afrikas durch die europäischen Großmächte Portugal, Großbritannien, Deutschland, Italien, Spanien und Frankreich.

Die Europäer entdeckten, dank des Gewehrs, die Trophäenjagd. Allen voran die Engländer in Südafrika. Der letzte Kap-Löwe wurde Mitte des 19. Jahrhundert erschossen. Löwen in Nordafrika verschwanden systematisch von Ost nach West. 1750 verzeichneten nur noch Algerien, Marokko und Libyen Löwenbestände. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die letzten frei lebenden nordafrikanischen Löwen in Algerien und Marokko erschossen.

Nicht viel besser erging es den Artgenossen in Asien. Löwen waren einst von der Osttürkei über den Nahen Osten, Zentralasien bis nach Indien weit verbreitet. Auch in Asien gingen die Herrscher Mesopotamiens und Persiens um 2000 v. Chr. auf die Löwenjagd. Die Ausrottung des Löwen begann, wie auch in Afrika, mit der Einflussnahme europäischer Mächte. Als die Engländer Indien eroberten, gingen die Herren des Abendlandes gemeinsam mit den in Indien regierenden Fürsten auf die Trophäenjagd. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es nur noch eine kleine Löwen-Population, die in einem Waldgebiet im indischen Bundesstaat Gujarat überlebte. Es waren die letzten Asiatischen Löwen. Der dortige Herrscher stellte diese Löwen unter Schutz und erteilte ein Jagdverbot. Bis 2012 wuchs die Population zwar wieder auf über 300 Tiere an, doch durch die genetische Verarmung ist ihr Fortbestand nur eine Frage der Zeit. Zwischen 1800 und 1942 wurden die Löwen auf der Arabischen Halbinsel, in der Türkei, Syrien, Iran, Irak, Pakistan, Afghanistan und Zentralasien ausgerottet.

Um 1900 gab es vermutlich mehr als 200 000 Löwen in Afrika. Bis 1960 halbierte sich die Zahl der in Afrika lebenden Löwen durch die Gier nach Trophäen, der Vernichtung des Lebensraumes des Löwen durch den Mensch und durch die Nachfrage nach Löwenfellen durch die Modebranche. Neuere Schätzungen - wie von LionAid - gehen im Jahr 2012 von nicht mehr als 15.000 Afrikanischen Löwen aus. Die IUCN vermutet noch circa 30.000 Löwen in Afrika. Löwen sind gefährdet. Viele Löwen leben in kleinen, isolierten Populationen und können sich nur innerhalb der Familie fortpflanzen. Die Folge ist Inzucht. Inzucht schwächt das Immunsystem. Genetische Defekte lassen die Tiere anfällig für Infektionskrankheiten werden. Diese kleinen Populationen haben keine Überlebenschance.

In Westafrika gibt es wohl nur noch 500 Löwen, die sich - nach Forschungen des Zoologen Luke Dollar, von der Duke University - auf acht voneinander getrennte Gebiete verteilen. Durch Kamerun streifen ungefähr rund 200 Löwen, ebenso im Grenzgebiet zwischen Mail, dem Senegal und Guinea. Die größte Überlebenschance haben Löwen in den Naturschutzgebieten in Kenia, Südafrika, Botswana, Tansania und Simbabwe. Nach Schätzungen der Biologen sollte eine Löwen-Population aus mindestens 500 Tieren bestehen, um eine genetische Diversität zu gewährleisten, die eine dauerhafte Überlebenschance garantiert. Die besten Überlebenschancen haben die Löwen in der Serengeti und der Massai Mara.

Löwe-Farmer Konflikt

Nicht zu unterschätzen ist der Konflikt zwischen den Löwen und den Farmern. Wohngebiete und Nutztierfarmen beanspruchen immer mehr Land, zu Lasten der Wildtiere. Einige Raubkatzen kehren in ihr ehemaliges Territorium zurück und greifen das Nutzvieh der Farmen an. Zwar werden Farmer in den meisten Ländern für den Verlust ihres Nutzviehs entschädigt, doch der Verlust muss stichhaltig nachgewiesen werden, was für den Farmer nicht immer einfach ist.

Deshalb greifen Farmer oft zum Gewehr und erschießen die auf ihrem Farmgelände herumschleichenden Raubkatzen.  Löwen sind dämmerungsaktiv, der beste Schutz für das Farmvieh wäre, dieses Abends in umzäunte Gehege zu bringen, sowie die Haltung von Hüterhunden.
Auch aufgestellte Fallen einiger Volksstämme sind eine große Gefahr für Löwen. Anstatt eines Gnus oder einer Antilope, tritt nicht selten ein Löwe in die Eisen- oder Schlingenfalle, was für die Raubkatze den sicheren Tod bedeutet.

Trophäenjagd

Die Trophäenjagd ist maßgeblich an der Ausrottung und Dezimierung der Großkatzen beteiligt. In vielen afrikanischen Ländern ist noch nicht einmal ein Jagdschein erforderlich um eine Großkatze abzuschießen. Die Tierschutzorganisation VIER PFOTEN recherchierte im Internet nach südafrikanischen Löwenzüchtern, die ihre Tiere Jagdtouristen zum Abschuss anbieten. Der Abschuss eines Löwen kostet zwischen 10.000 bis 25.000 Euro. Eine Löwin wird bereits für 3000 Euro angeboten. Löwen werden extra für die Tötung auf Farmen gezüchtet. Südafrika ist führend in der Löwenzucht für die Trophäenjagd.

Als Jungtiere werden sie mit der Flasche groß gezogen und so an den Menschen gewöhnt. Der Jäger hat also keine Mühe, sondern bekommt seine Trophäe, in einem umzäunten Gehege, quasi auf dem Präsentierteller serviert. VIER PFOTEN schätzt die Zahl der Zuchtfarmlöwen auf 5000 Tiere. In Botswana, Kenia, und Sambia ist die Trophäenjagd auf Löwen verboten. Der Boom hat sich auf Südafrika verlagert. Wird ein wild lebendes Männchen erschossen, ist das hinterbliebene Rudel schutzlos. Nomadenmännchen haben leichtes Spiel das Rudel zu erobern und töten zuerst die Jungtiere des Rudels. Immer weniger Löwenbabys haben somit eine Überlebenschance. In anderen Ländern ist die kontrollierte Jagd zugelassen, um das Gleichgewicht zwischen Jägern und Beute aufrecht zu erhalten.

Asiatische Medizin

Auch Löwen werden in der asiatischen Medizin immer begehrter. Löwenknochen werden zu Pulver verarbeitet.

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