Amurleopard

                                        Amur - Leopard

Der Amur-Leopard ist sehr stark vom Aussterben bedroht und zählt somit zu den seltensten Raubkatzen auf Erden. Nur noch 25 bis höchstens 35 Amur-Leoparden leben in freier Wildbahn. Sie durchstreifen die russische Provinz Primorskiy sowie die chinesischen Provinzen Ji-lin und Hei-long-jiang. In Nordkorea gilt die schöne Raubkatze bereits als ausgestorben. Zu Beginn des 19. Jhd. lebte der Amur-Leopard im südlichen Teil der Ussuri-Amur-Region in Rußland, in der Mandschurei, Nord-China, sowie auf der Koreanischen Halbinsel.  In den letzten 100 Jahren allerdings wurden die Populationen stark dezimiert.

Amur-Leopard aufgenommen von einer Kamerafalle
© WCS / ISUNR

Zwar teilt er sich der Amur-Leopard seinen Lebensraum mit dem Amur-Tiger (Sibirischen Tiger) , doch die Raubkatzen sind tunlichst bemüht, sich aus dem Weg zu gehen. Somit bleibt als größter Feind der Mensch. Dieser vernichtet kontinuierlich den Lebensraum der großen Katze. Wälder werden illegal abgeholzt und durch Waldbrand gerodet, um Ackerbau zu betreiben und für Tierfarmen Platz zu schaffen. Der Lebensraum des Amur-Leoparden wird somit immer weiter eingeengt. Hinzu kommt, dass den Knochen der Raubkatze – in der ostasiatischen Medizin - eine heilende und aphrodisierende Wirkung unterstellt wird. Obwohl der Amur-Leopard unter strengem Schutz steht, wird er immer noch gnadenlos von Wilderen gejagt.

Steckbrief Amur-Leopard

                                  Art:                                            Amur-Leopard

                        Überordnung:                           Säugetiere                          Mammalia

                        Ordnung:                                   Raubtier                               Carnivora

                        Überfamilie:                              Katzenartige                        Feloidea

                        Familie:                                     Katzen                                  Felidae

                        Gattung:                                     Panthera

                        Wissenschaftlicher Name:      Panthera pardus orientalis

                        Heimat:                                      Russland, China

                        Größe:                                       circa 60 – 80 cm Schulterhöhe

                        Kopf-Rumpf-Länge:                 circa 1,30 m, mit Schwanz circa 2,20 m

                        Gewicht:                                    Männchen 37 – 70 kg  Weibchen  28 – 60 kg

                        Alter:                                          10 -15 Jahre, in Gefangenschaft bis zu 23 Jahre

 

Anatomie

Amur-Leoparden sind stark vom Aussterben bedroht
©Kirsten Stäber
 

Lebensraum

Naturschutzgebiet Kedrovaya Pad
© Yuri Shibnev /ALTA

Der Amur-Leopard ist die am nördlichsten lebende Leopardenart. Seine Heimat beginnt circa 30 km westlich von Wladiwostock, entlang der chinesisch-russischen Grenze, im Südwesten der flussreichen russischen Provinz Primorskiy Krai, die im Osten an das Japanische Meer und im Westen an China grenzt. Im Süden schließt sich Nordkorea an. Einige wenige Amur-Leoparden werden auch in den ostchinesischen Provinzen Ji-lin und Hei-long-jiang gesichtet. Amur-Leoparden bewohnen gebirgige Regionen mit Mischwäldern. In den strengen, schneereichen Wintern mit Temperaturen von bis zu -20°C  zieht sich die Großkatze oft auch in die schneefreien Berghänge und Täler zurück.  Wie alle Leopardenarten lebt auch der Amur-Leopard gerne auf Bäumen.

Revier

Amur-Leoparden sind vom Aussterben stark bedroht
© WCS / ISUNR

Das Revierverhalten des Amur-Leoparden kann aufgrund der nur noch wenigen, in Freiheit lebenden Tiere kaum richtig erforscht werden. Der Amur-Leopard durchstreift ein Gebiet von circa 50 km2. Wie alle Großkatzen markiert er sein Revier durch Urin und Kratzspuren an Bäumen. Revierüberschneidungen mit anderen Raubkatzen kommen durchaus vor. Amur-Leoparden sind tag- und nachtaktiv, excellente Schwimmer und gute Kletterer. Der Amur-Leopard steigt einen Baum kopfüber herunter. Amur-Leoparden springen 6 m horizontal und 3 m vertikal.

Jagdstrategie

Der Amur-Leopard ist ein nachtaktiver, taktisch schlauer Jäger. Geduldig beobachtet der Amur-Leopard das Verhalten seiner Beute, schleicht sich langsam, so nah wie möglich, an das Beutetier heran, um blitzschnell anzugreifen. Unnötig lange Verfolgungsjagden werden somit vermieden. Der Amur-Leopard tötet seine Beute entweder durch einen Biss in den Nachen, oder durch den Kehlbiss. Durch den Kehlbiss wird dem Beutetier die Luftröhre abgeklemmt und es erstickt.

Nach erfolgreicher Jagd zerrt der Amur-Leopard seinen Riss auf einen hohen Baum um andere Raubtiere wie den Amur-Tiger und Bären von seiner Mahlzeit fernzuhalten. Amur-Leoparden sind ausgezeichnete Kletterer und in der Lage, das Doppelte ihres eigenen Körpergewichtes auf einen Baum zu hieven. Die Beute wird nicht komplett verzehrt, sodass der Amur-Leopard immer wieder davon dem Kadaver frisst, bis nichts mehr von übrig ist.

Beutetiere

Dybrowski Hirsche die Lieblingsspeise der Amur-Leo
© Kirsten Stäber

Zu den Beutetieren des Amur-Leopard zählen: Hasen, Rehe, Dachse, Reptilien, Vögel, Marderhunde, Wildschweine und die bis zu 80 kg schweren Sika-Hirsche. Da auf dem Habitat des Amur-Leoparden immer mehr Sika-Hirsch Farmen entstehen, kommt es vor, dass Amur-Leoparden, bei Nahrungsknappheit, auch Farmwild reißen. Rehe und Hirsche werden in seinem Lebensraum intensiv gejagt. Zudem zählt der Amur-Tiger zu seinem Nahrungskonkurrenten.

Feinde

Der Amur-Leopard hat kaum natürliche Feinde. Seinen Lebensraum teilt sich die Raubkatze zwar mit dem Amur-Tiger, doch sind Begegnungen der beiden vom Aussterben bedrohten Tierarten eher selten. Meist geht der Amur-Leopard einem Amur-Tiger aus dem Weg. Ist allerdings eine Amur-Leopardin mit Jungtieren unterwegs, sind die Jungtiere eine leichte Beute für den Amur-Tiger. Leoparden gelten zwar als mutig und aggressiv, doch wird sich eine Amur-Leopardin kaum mit einem Tiger anlegen um eines ihrer Jungen zu verteidigen. Stirbt die Mutter bei so einem ungleichen Kampf, können ihre Jungen nicht überlegen, da sie von der Mutter  während ihrer ersten 24 Lebensmonate die harte Überlebens- und Jagdstrategie erlernen.

Amur-Leopard aufgenommen von einer Kamerafalle
© WCS / ISUNR

Der größte Feind aller Raubkatzen ist der Mensch. Der Amur-Leopard steht zwar unter Schutz und der Abschuss eines Tieres wird hart bestraft, doch hält das Wilderer nicht davon ab, der seltenen und scheuen Raubkatze nachzustellen. Auf dem Schwarzmarkt werden für ein Amur-Leopardenfell und Amur-Leopardenknochen enorme Summen geboten. Leider kommt es auch vor, dass sich ein Amur-Leopard in Schlingen oder Fallen verfängt, die eigentlich für andere Tiere ausgelegt wurden. Zudem dringen immer mehr Menschen in den Lebensraum des Amur-Leoparden ein. Seine Beutetiere werden gejagt, wodurch die Nahrung für Tiger und Leopard immer knapper wird. Es entstehen Nutzvieh- und Pelztierfarmen  auf seinem Habitat, Waldflächen werden gerodet für Siedlungen und Ackerbau. Wird die Beute knapp überfallen Amur-Leoparden die Sika-Hirsch Farmen und reißen das Vieh. Von den Farmern werden sie verfolgt und getötet.

Fortpflanzung

Wie alle Leoparden sind auch Amur-Leoparden Einzelgänger und treffen auf das andere Geschlecht nur zur Paarungszeit, vornehmlich im Januar und Februar. Zwischen dem zweiten und dritten Lebensjahr erreichen Amur-Leoparden die Geschlechtsreife. Das Weibchen ist circa 2 Wochen in Hitze und somit empfängnisbereit. Während des Paarungsaktes besteigt der Kater die Katze und beißt ihr vorsichtig ins Genick. Nach einer Tragzeit von 3 Monaten – zwischen April bis Mai - bringt die Amur-Leopardin  an einem geschützten Platz, vorzugsweise in einer Höhle oder Kuhle, zwischen einem bis  fünf  Raubkatzenbabys zur Welt. Normale Würfe in der Natur bestehen meistens jedoch nur aus 2 Jungtieren. Das Männchen beteiligt sich nicht an der Aufzucht, sondern geht nach der Paarung wieder eigene Wege. Aufgrund der geringen Population, der in Freiheit lebenden Amur-Leoparden, ist die genetische Verarmung sehr hoch, was Inzucht bedeutet. Unfruchtbarkeit, eine hohe Sterblichkeitsrate bei den Jungtieren, ein geschwächtes Immunsystem sowie Missgeburten sind die Folge.

Geburt & Kinderstube

Amur-Leoparden werden nach 90 - 105 Tagen Tragzeit im April und Mai geboren. Ein normaler Wurf besteht aus 2 Jungtieren. Amur-Leoparden haben ein Geburtsgewicht von 500 – 600 g und eine Größe von 25 – 35 cm. Sie kommen wie alle Katzen taub und blind auf die Welt. Ab dem zehnten Lebenstag öffnen sich die Augen. Im Alter von 6 – 8 Wochen folgen sie der Mutter zu kleineren Spaziergängen. Mit 9 Wochen haben die kleinen Amur-Leoparden ein Gewicht zwischen 4 - 5,5 kg. Gesäugt werden die kleinen Raubkatzen ausschließlich die ersten 3 Lebensmonate, danach beginnen die jungen Amur-Leoparden auch Fleisch zu fressen.

In den anschließenden 2 Jahren erlernen die jungen Raubkatzen von der Mutter die wichtigsten Überlebensstrategien, wie auch das jagen. Zwischen dem 25 – 28 Lebensmonat verlässt der Nachwuchs die Mutter.

Aussterben

Amur-Leopard im Naturschutzgebiet Kedrovaya Pad
© Yuri Shibnev/ALTA

Der Verlust seines Lebensraumes, der Mangel an Beutetieren und Wilderei tragen zur Ausrottung des Amur-Leoparden bei. Amur-Leopardenfelle sind in Ostasien begehrte Handelsobjekte. Die Knochen der Raubkatze und seine Innereien finden Verwendung in der ostasiatischen Medizin. Auf der Roten Liste der gefährdeten Arten hat der Amur-Leopard den Status: Vom Aussterben bedroht

Auswilderung

Amur-Leoparden leben im russisch-chinesischen Gren
© Kirsten Stäber

Um das völlige Aussterben der Amur-Leoparden in der Wildnis zu verhindern, ist ein frischer Genpool unumgänglich. Die derzeitige Population von circa 30 Tieren basiert auf Inzucht. Der frei lebende Amur-Leoparden-Bestand kann nur gerettet werden, indem Zoos einige ihrer gezüchteten Tiere zur Auswilderung freigeben, um die Gen-Diversität aufzufrischen.

Die Amur-Leopard Conservation, ALTA – ein Zusammenschluss von 13 internationalen Organisationen, zum Schutz bedrohter Arten - plant ab 2015 die Auswilderung einiger Zoo Amur-Leoparden im russischen Lazovsky Naturreservat und im südlichen Sikhote Alin, wo der Amur-Leopard noch bis vor 30 Jahren ansässig war. China stellt ein geschütztes Reservat in seiner Provinz Ji-lin für die Auswilderung der Amur-Leoparden zur Verfügung. Gemeinsam mit den zuständigen Behörden hat die Wildlife Conservation Society (WCS) ein Länderübergreifendes Schutzgebiet vorgesehen, für 200 Amur-Leoparden.

Zoo-Haltungen

In europäischen und amerikanischen Zoos werden ungefähr 300 Amur-Leoparden gehalten. Die Zoohaltung des Amur-Leoparden wurde 1961 eingeführt. 10 aus der Wildnis entnommene Tiere bilden den Grundstamm aller heutigen Amur-Zooleoparden, wobei es sich wohl nicht immer um reinrassige Verpaarungen handelt. Die meisten Zoos sind dem Internationalen Erhaltungszucht-Programm angeschlossen. Das Europäische Erhaltungszucht-Programm für den Amur-Leoparden wurde 2004 ins Leben gerufen. Das europäische Zuchtbuch wird von den Zoos in London und Moskau koordiniert. Das internationale Zuchtbuch für den Amur-Leoparden besteht seit 1974. Die Welterstzucht gelang 1973 in Leipzig. Bis 2010 verzeichnete der Zoo Leipzig  22 Amur - Leoparden Geburten.

 

In Deutschland sind Amur-Leoparden in folgenden Einrichtungen zu sehen:  Zoo Dortmund -  Tierpark Aschersleben -  Zoo Augsburg - Tierpark Berlin - Zoo Leipzig.  

Schutzorganisationen & Projekte

Viele Organisationen befassen sich mit dem Schutz des Amur-Leoparden.

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