Asiatische Löwen

                                        Asiatischer Löwe

Indische Löwen

Der Asiatische Löwe (Panthera leo persica) ist dem afrikanischen Löwen sehr ähnlich. Nach molekularbiologischen Untersuchungen spaltete er sich vor 50.000 bis 100.000 Jahren vom afrikanischen Löwen ab. Ähnlichster Verwandter des Asiatischen Löwen ist der Berberlöwe. Der Asiatische Löwe ist die kleinste und leichteste Unterart des Löwen. Männchen wiegen zwischen 160 bis 190 kg, Weibchen zwischen 100 bis 120 kg. Asiatische Löwen haben zudem eine hellere Fellfarbe als ihre afrikanischen Artgenossen und bei den Männchen ist die Mähne längst nicht so dicht und lang ausgeprägt, wie die seiner afrikanischen Kollegen.

Asiatische Löwin im Zoo Magdeburg

Der Asiatische Löwe ist dem ostafrikanischen Löwen genetisch sehr ähnlich. Nur noch geschätzte 300 Asiatische Löwen leben in einem 1400 km² großen Schutzgebiet, dem Gir-Forest-Nationalpark, welcher aus mehreren aneinandergrenzenden Nationalparks besteht, im nordwestindischen Bundesstaat Gujarat gelegen. Diese kleine, letzte asiatische Löwen-Population ist durch mangelnde Gen-Diversität vom Aussterben bedroht. Inzucht schwächt ihr Immunsystem. Die Tiere sind anfällig für Krankheiten und vererben defekte Gene.

Asiatische Löwenfamilie
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Auch die Asiatischen Löwen sind Rudeltiere. Jedoch ist bei den Asiatischen Löwen nicht das Männchen Rudelführer. Mehrere Löwinnen bilden mit ihrem Nachwuchs das Rudel und durchstreifen ein Revier, welches sich mit dem der Männchen überschneidet. Die Männchen durchstreifen allein oder zu zweit ihr Territorium und jagen eigenständig. Zwar sind sie immer in der Nähe eines weiblichen Rudels treffen aber nur während der Paarungszeit auf die Weibchen.

Asiatische Löwen bewohnen die trockenen Laubwälder und Savannen innerhalb des hügeligen Schutzgebietes, in denen Beutetiere mittlerweile reichlich vorhanden sind. Während der Trockenperiode, wenn die Blätter von den Bäumen fallen, bietet sich den Löwen nicht mehr genug Jagddeckung. Viele Jagdversuche scheitern während der Trockenzeit und der Nachwuchs verhungert. Der Asiatische Löwe ernährt sich von Axishirschen, Antilopen, Gazellen, Sambarhirschen und Wildschweinen. Doch auch am Rande des Schutzgebietes weidende Rinder und Büffel fallen der Raubkatze gelegentlich mal zum Opfer. Die Hirten und Bauern werden von der indischen Regierung für den Verlust ihres Nutzviehs entschädigt. Viele Völker leben direkt am Rand des Schutzgebietes, weshalb es immer wieder zu Konflikten zwischen Mensch und Löwe kommt. Das Dorf des Malthari-Stamm liegt sogar im Schutzgebiet.

Das einstige Verbreitungsgebiet des Asiatischen Löwen reichte von Griechenland über Rumänien, der Türkei, Syrien, der Arabische Halbinsel, Palästina, Zentralasien, Iran, Irak und Pakistan, bis hinunter nach Indien. In den südosteuropäischen Ländern verschwand der Asiatische Löwe bereits vor über 2000 Jahren, durch systematische Ausrottung. Zum einen beanspruchte der Mensch immer mehr Lebensraum des Löwen für sich, zum anderen kam es ständig zu Angriffen auf das Nutzvieh der Bauern. Das Ende des Löwen in Europa war somit besiegelt.

In Vorder- und Mittelasien vollzog sich die Ausrottung nicht ganz so rasant wie in Europa. Hier verschwanden die letzten Löwen Mitte des 19. Jahrhunderts, nicht zuletzt durch die Trophäenjagd. Auch in Indien dezimierte die Groß- und Rotwildjagd der Fürsten und der britischen Kolonialherren die Löwenbestände und ihre Beutetiere gewaltig. Schließlich blieben nur noch wenige Löwen im Gir-Forest-Nationalpark übrig, welcher dem dort herrschenden Fürsten als privates Jagdrevier diente. Um 1900 stellte der Fürst sein Jagdgebiet unter Schutz, um die letzten Löwen Asiens zu retten. Auch dessen Beutetiere durften nicht mehr gejagt werden.

Steckbrief Asiatischer Löwe - Panthera leo persica

            Art:                                            Löwe

            Unterart:                                   Asiatischer Löwe

            Überordnung:                           Säugetiere                   Laurasiatheria

            Ordnung:                                  Raubtiere                     Carnivora

            Überfamilie:                              Katzenartige                Feloidea

            Familie:                                    Katzen                          Felidae

            Unterfamilie:                             Großkatze                    Pantherinae

            Gattung:                                   Panthera

            Wissenschaftlicher Name:       Panthera leo persica

            Heimat:                                     Indien

            Größe:                                      Weibchen ca. 0.80 m, Männchen ca. 1.00 m, bis zur Schulter

            Kopf-Rumpf-Länge:                 1.90 - 2.20 m, Schwanzlänge ca. 0.70 - 0.80 m

            Gewicht: Weibchen                  0.80 - 120 kg, Männchen 160 - 190 kg

            Alter:                                         bis 15 Jahre, in Gefangenschaft teilweise bis 25 Jahre

            Geburtgsgewicht:                     1000 - 1400 g

            Fortpflanzungszeit:                  Ganzjährig

            Geschlechtsreife:                     Weibchen mit ca. 2,5 Jahren, Männchen mit ca. 3 Jahren

            Wurfgröße:                               1 - 4 Jungtiere

            Tragzeit:                                  100 - 120 Tage   

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